Coup de cœur

Coup de cœur

Spello
„Das eleganteste“
An den Hängen des Monte Subasio präsentiert sich Spello als ein Dorf, das die alltägliche Schönheit zur Kunst erhoben hat. Die römischen Mauern umschließen ein Zentrum, in dem jedes Fenster ein hängender Garten ist, jeder Balkon ein üppiges Meer aus Geranien und Petunien. Hier ist Eleganz keine Zurschaustellung, sondern eine diskrete Sorgfalt: Die Gassen sind sauber, die alten Steine gut gepflegt, und selbst die Vicolo del Bacio lädt zu einer romantischen Auszeit vom Lauf der Zeit ein. Im Juni, während des Fronleichnamsfestes, wird das ganze Dorf mit Blumenteppichen bedeckt – vergängliche Meisterwerke aus frischen Blütenblättern, die nach einer jahrhundertealten Tradition geschaffen werden.
Coup de cœur: Sich im Labyrinth der blumengeschmückten Gassen verlieren, bis man auf die Baglioni-Kapelle von Pinturicchio stößt, in der die Verkündigungs-Madonna eines der kostbarsten Geheimnisse der umbrischen Renaissance bewahrt, und sich dann, gleich außerhalb der Mauern, von den polychromen Mosaiken der römischen Villa überraschen lassen – Zeugnis eines Spello, das einst ein Knotenpunkt von Imperien war.

Todi
„Das theatralischste“
Todi erhebt sich auf einem Hügel über dem Tibertal, und der Legende nach war es ein Adler, der seinen Gipfel bestimmte. Dort anzukommen bedeutet, eine Stadt zu entdecken, die ihre mittelalterliche Struktur vollständig bewahrt hat, mit drei Mauerringen – etruskisch, römisch und mittelalterlich – die von Jahrhunderten der Geschichte erzählen. Das Herz ist die Piazza del Popolo, einer der harmonischsten städtischen Plätze Italiens, auf dem sich der Dom, der Palazzo del Capitano und der Palazzo dei Priori mit der Würde einer Renaissancebühne gegenüberstehen. Am Fuße des Hügels beherbergt der Skulpturenpark von Beverly Pepper monumentale Werke, die mit der umbrischen Landschaft in Dialog treten – eine Begegnung von zeitgenössischer Kunst und Natur, die die Landschaft in ein Freilichtmuseum verwandelt.
Coup de cœur: Hinauf zum Tempio di San Fortunato steigen, wo Jacopone da Todi ruht, und von der Rocca aus den Blick über ganz Umbrien schweifen lassen – dasselbe Panorama, das den mystischen Dichter inspirierte und Jahrhunderte später Gabriele D’Annunzio, der Todi als eine Stadt beschrieb, die „vom Tiber auf den Hügel geflogen ist“.

Campello sul Clitunno
„Das Heiligtum der Dichter“
Campello verdankt seinen Ruhm dem Clitunno, dem kleinen Fluss, der von Vergil, Properz und Carducci besungen wurde und dessen kristallklares Wasser aus dem Untergrund in ein türkisfarbenes Becken zwischen Trauerweiden und Sumpfzypressen tritt. Der Parco delle Fonti ist ein Ort von beinahe unwirklichem Frieden, an dem Schwäne und Enten sich in einer Stille bewegen, die nur vom leisen Tropfen des Wassers unterbrochen wird. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich das langobardische Tempietto – UNESCO-Weltkulturerbe – auf einem antiken römischen Kultplatz, während darüber das befestigte Dorf Campello Alto mit seinen intakten Mauern und der Kirche San Donato thront.
Coup de cœur: Sich zur goldenen Stunde an die Ufer des Clitunno setzen, wenn das Licht durch die Weiden fällt und das Wasser zu einem Spiegel aus Reflexionen wird, und verstehen, warum die lateinischen Dichter diesen Ort als heilig betrachteten.

Città della Pieve
„Das authentischste“
Im äußersten Süden Umbriens, an der Grenze zur Toskana, bewahrt Città della Pieve einen zurückhaltenden und authentischen Charakter. Es ist die Heimat von Perugino, und der Künstler hat hier einige seiner intimsten Werke hinterlassen, wie die Anbetung der Könige in der Kirche Santa Maria dei Bianchi. Das Dorf liegt auf einem Hügel mit engen und steilen Straßen, Backsteinhäusern und überraschenden Ausblicken auf die umliegende, von Zypressen durchzogene Landschaft. Man kommt nicht wegen berühmter Monumente hierher, sondern um eine echte Atmosphäre zu erleben – geprägt von Handwerksläden, Weinkellern und einer Küche, die nach Natur duftet.
Coup de cœur: Sich im Viertel Casalino verlieren, wo die Häuser sich zu einem Labyrinth aus Bögen und Durchgängen verdichten, das wie in einer noch unberührten alten Welt wirkt. Aus dem antiken römischen Brunnen von Casalino sprudelt noch heute eine sehr reiche und reine Wasserquelle.

Vallo di Nera
„Das geheimnisvollste“
Auf einem Hügel in der Valnerina gelegen, ist Vallo di Nera eines der authentischsten und am wenigsten besuchten Dörfer Umbriens. Die Steinhäuser lehnen sich eng aneinander, die Straßen sind schmal und manchmal von Bögen überdeckt, die ein Spiel von Licht und Schatten erzeugen. Drei romanische Kirchen bewahren überraschende künstlerische Schätze. Rundherum bietet das Tal Eichen- und Kastanienwälder, Wege entlang des Nera und eine landwirtschaftliche Tradition, die seine Käsesorten berühmt gemacht hat, darunter die gesalzene Ricotta, die nach traditionellen Methoden hergestellt wird. Hier vergeht die Zeit langsam, und die Gastfreundschaft ist die authentische der Grenzregionen.
Coup de cœur: Nach einer Wanderung in den umliegenden Wäldern in einer Trattoria einkehren, eine Linsensuppe, gesalzene Ricotta und ein Glas Rotwein genießen und dabei den Erzählungen der örtlichen Hirten lauschen.